Damit die wertvollen Stauden gut anwachsen und blühen, sind einige Punkte zu beachten. Der Boden, in den die Stauden gesetzt werden, sollte unkrautfrei und mager sein. Bei der Auswahl der Stauden sollten die Bodenverhältnisse und die Lichtbedingungen des Standorts berücksichtigt werden. Idealerweise wird im Herbst gepflanzt, alternativ aber auch im Frühjahr bis Mitte Mai. Einzelne Stauden können in ein bestehendes Beet integriert oder in einen Pflanzkübel mit jeweils einem Drittel Erde, Kompost und Sand gesetzt werden.
Um ein vielfältiges und strukturiertes Beet zu schaffen haben wir Ihnen hier die wichtigsten Schritte zur erfolgreichen Anlage eines Staudenbeetes im Folgenden zusammengefasst. Weitere detaillierte Informationen finden Sie im Praxisratgeber zur Anlage von naturnahen Grünflächen im Siedlungsbereich.
Die Voraussetzung für das erfolgreiche Anlegen eines Wildstaudenbeetes ist ein geeigneter Standort. Dabei sind magere Böden für die Anlage von artenreichen Wildstaudenbeeten besonders geeignet.
Eine wichtige Grundvoraussetzung ist ebenfalls ein unkrautfreier Boden ohne Wurzelbeikräuter. Bereiche mit hohem Unkrautdruck sollten vermieden werden.

Problemkräuter sind in der Regel Wurzelbeikräuter wie der Stumpfblättrige Ampfer, die Kratzdistel oder die Ackerwinde. Diese Pflanzen sind Indikatorpflanzen für nährstoffreiche Böden und lassen sich nicht durch Fräsen entfernen. Zur Anlage eines Wildstaudenbeetes sollten daher Flächen mit einem hohen Anteil solcher Problemkräuter vermieden werden. Bietet sich keine andere Fläche, sollte der Boden unbedingt ausgetauscht werden.
Samenbeikräuter wie der Vogelknöterich oder Greiskräuter stellen hingegen nur ein geringes Problem dar. Diese werden anfangs durch Jäten reguliert und später von den Wildstauden selbst unterdrückt.






Die Stauden sollten immer dem Standort angepasst ausgewählt werden. Ob sonnig, halbsonnig oder schattig, trocken oder feucht, für jeden Standort gibt es passende Wildstauden – Hauptsache, der Boden ist mager.
Weiterhin gilt:
• Das Staudenbeet sollte artenreich sein.
• Um dem Beet Vielfalt und Struktur zu geben, sollten Arten mit verschiedenen Wuchshöhen, Farben und Blühzeitpunkten kombiniert werden.
• Sowohl wir Menschen als auch unsere Insekten profitieren davon, wenn Früh-, Mittel- und Spätblüher kombiniert werden, sodass von März bis Oktober immer etwas blüht.
• Empfehlenswerte Arten finden Sie im Praxisratgeber.




Beim Bodenaustausch werden die oberen 20 cm Mutterboden entfernt und die Wurzelbeikräuter noch tiefer ausgegraben. Dann wird mit unkrautfreiem Material aufgefüllt, z. B. Kalkschotter oder ein anderes mageres Bodensubstrat aus der Region.
Schließlich wird eine 2 cm dünne Schicht Kompost auf der Fläche ausgebracht und oberflächlich eingearbeitet.
Handelt es sich bereits um einen wurzelbeikrautfreien Standort, sollte der Boden 10 bis 20 cm tief gelockert werden.
Bei nährstoffreichen Gartenböden wird der Boden durch das Einrechen von Brechsand oder Schotter (Korngrößen von 0–5 bis 0–32 mm) zusätzlich ausgemagert und einige Wildstaudenarten können je nach Substrattyp besonders gefördert werden.
Ist der Boden bereits mager, ist dies nicht nötig; bei sehr mageren Böden kann evtl. eine 2 cm dünne Schicht Kompost auf der Fläche ausgebracht und oberflächlich eingearbeitet werden.
Nach der Bodenvorbereitung kann die Pflanzung erfolgen. Besonders geeignet sind Pflanzungen im Herbst, eine Bepflanzung im Frühling bis spätestens Mitte Mai ist jedoch auch möglich.
Dabei wird auf folgende Weise vorgegangen:
• Die Stauden werden auf die Fläche plaziert, je nach Art einzeln oder in Gruppen. Dabei sollte besonders auf die Wuchshöhe der Stauden geachtet werden: hohe Leitstauden zur Mitte hin, niedrige Bodendecker in größeren Gruppen am Rand und in den Lücken zwischen mittelgroßen Stauden usw.
• Dann wird kontrolliert, ob die Abstände zwischen den Stauden stimmen – je nach Art 20 bis 40 cm.
• Dann werden die Pflanzlöcher gegraben und die Pflanzen 1 bis 2 cm tiefer gesetzt als das Substrat.
• Als Nächstes werden die Pflanzen oben mit Substrat bedeckt, weil das Substrat noch sackt.
• Schließlich wird gut gegossen.
• Ergänzend werden im Herbst Zwiebelpflanzen zwischen die Stauden gesteckt. So blüht das Beet sogar ab Februar!



Nach der Pflanzung sollte keine tiefe Bodenbearbeitung mehr stattfinden. Das Ziel ist, dass der Boden durch die Stauden zuwächst. So werden Beikräuter wirksam und langfristig unterdrückt.
Das Mulchen mit Rindenmulch und Co. sowie das Bedecken mit Kieselsteinen sollte vermieden werden – dabei wird der Boden und somit auch die Stauden auf lange Dauer durch Versauerung, Fixierung des Stickstoffs durch Bakterien und Überhitzen geschädigt. Gleichzeitig können sich dominante Beikräuter wie Kratzdisteln und Winden sehr einfach im Mulch oder zwischen den Kieseln etablieren und können dann kaum mehr entfernt werden.
Bei Bedarf sollten aufkommende Problemkräuter gezielt gejätet werden. Dabei werden sie oberflächlich abgekratzt (im Falle von Wurzelbeikräutern gezielt ausgegraben), zum Vertrocknen liegen gelassen und dann immer aus dem Beet entfernt.
Beim Anwachsen der Pflanzen sollte auf ausreichendes Gießen geachtet werden.
Gemäht wird erst ab dem zweiten Jahr.




Idealerweise wird im Spätwinter (Februar/März, bevor die Zwiebeln austreiben) gemäht. Die abgestorbenen Pflanzenteile geben dem Beet auch im Winter Struktur und bieten Lebensraum und Nahrung für Insekten und Vögel.
Alternativ kann das Beet aus ästhetischen Gründen auch Anfang des Winters gemäht werden; das Schnittgut wird dann bis März ausserhalb des Beetes zwischengelagert und nachher kompostiert. So haben Wildbienen und andere Insekten, die in den hohlen Stängeln überwintern, genug Zeit, um zu schlüpfen.
Die Schnitthöhe sollte mindestens 8 cm betragen, damit die Stauden nicht geschädigt werden und wieder austreiben können. Das Schnittgut muss auf jeden Fall von der Fläche entfernt werden, damit der Boden langfristig mager bleibt.


Dass all diese Arbeitsschritte sich lohnen, zeigen diese Fotos. Wildstaudenbeete sind absolute Hingucker und Insektenmagnete!
Durch die verschiedenen Blühzeitpunkte ist ein Wildstaudenbeet im Jahresverlauf dynamisch und abwechslungsreich. Mit den Jahren entwickelt es sich auch weiter, da die verschiedenen Arten sich standortabhängig unterschiedlich entwickeln, ausbreiten und Lücken füllen.
Somit entwickelt sich jedes Beet auch bei Verwenden der gleichen Stauden individuell!




Wir wünschen Ihen viel Erfolg, Geduld und gutes Gelingen beim Anlegen Ihres Wildstaudenbeetes!